EU-Ausgleichszahlung (Entschädigungsanspruch)

Entschädigung in Relation zur Strecke

Die Höhe der Ansprüche der Flugreisenden wegen eines Flugvorkommnisses ist in der EU-Fluggastrechteverordnung in Abhängigkeit von der Flugstrecke geregelt.

Flugstrecke Bis 1.500 km EU Flug ab 1.500 km oder Drittstaatflug zwischen 1.500 km bis 3.500 km Drittstaatflug ab 3.500 km
EU - Entschädigung 250 EUR 400 EUR 600 EUR

Als EU-Flug werden solche Flüge bezeichnet, die innerhalb der EU starten und landen. Der Flug von Berlin-Tegel (TXL) nach Barcelona (BCN) zum Beispiel ist eindeutig ein EU-Flug. Die genaue Flugentfernung kann z.B. auf der Seite „Great Circle Mapper“ berechnet werden. Für unseren Beispielflug ergibt dies eine Flugentfernung von 1.512 km. Im Falle eines EU-Ausgleichsanspruchs nach der Fluggastrechteverordnung können Ihnen somit pro Person 400 EUR zustehen.

Die Flugstrecke von Hamburg (HAM) nach Sylt (GWT) beträgt lediglich 179 km. Im Falle eines Anspruches aus der EU-Fluggastrechteverordnung können Ihnen pro Person immer noch 250 EUR zustehen.

Die Flugstrecke von Martinique, Frankreich (FDF) nach Düsseldorf (DUS) beträgt 7.211 km. Im Falle eins Anspruches stehen dem Fluggast dennoch nur bis zu 400 EUR pro Person zu, da es sich immer noch um einen innereuropäischen Flug handelt.

Die Höchstsumme von 600 EUR kann Ihnen aber zum Beispiel im Falle der Flugstrecke von Frankfurt (FRA) nach Miami, USA (MIA) zustehen. Hier beträgt die Flugstrecke 7.776 km und verbindet die EU mit einem Drittstaat.

Wann kann mein Entschädigungsanspruch gekürzt werden

Als Anreiz für Fluggesellschaften, Passagiere auch im Falle eines Flugvorkommnisses möglichst schnell ans Ziel zu bringen, sieht die EU-Fluggastrechteverordnung die Möglichkeit vor, den Anspruch auf Ausgleichszahlung (Entschädigungszahlung) um die Hälfte zu kürzen. Wann eine Kürzung möglich sein kann, erkennen Sie in folgender Übersicht:

Flugstrecke Bis 1.500 km EU Flug ab 1.500 km oder Drittstaatflug zwischen 1.500 km bis 3.500 km Drittstaatflug ab 3.500 km
Kürzung um 50 % möglich Verspätung bis 2h Verspätung bis 3h Verspätung bis 4h

Wer kann die Entschädigung geltend machen

Die Rechte aus der Fluggastrechteverordnung stehen grundsätzlich jedem Passagier zu. Auch wenn etwa Ihr Arbeitgeber den Flug für Sie gebucht hat, steht der EU-Ausgleichsanspruch Ihnen persönlich (Tipps für Unternehmen) zu. Einzige Voraussetzung ist, dass für das öffentlich zu erwerbende Ticket gezahlt wurde. An dieser Voraussetzung kann es zum Beispiel fehlen, wenn Sie Mitarbeiter einer Fluggesellschaft oder eines Reiseunternehmens sind.

Gut zu wissen, Ihre Ansprüche stehen Ihnen alters- und sitzplatzunabhängig zu. Damit haben auch Kleinkinder ohne eigenen Sitzplatz, sofern für die Beförderung bezahlt wurde, einen eigenen EU-Ausgleichsanspruch in voller Höhe bis zu 600 Euro.

Wie lange kann ich meine EU-Ansprüche im Reiserecht geltend machen

Das hängt primär davon ab, in welchem Land Ihr Anspruch geltend gemacht wird. Sollte der Abflugs- oder Ankunftsort in Deutschland liegen oder der Flug von einer deutschen Luftfahrtgesellschaft ausgeführt worden sein, gilt die dreijährige Verjährungsfrist aus dem deutschen BGB.

Aktuell bedeutet dies, dass wir für Sie jeden Flug ab dem 01.01.2012 oder später für Sie geltend machen können. Im Einzelfall ist ein EU-Anspruch somit erst nach knapp vier Jahren, nämlich in unserem Fall am 01.01.2016, verjährt.